
Als therapeutische Elemente werden dabei emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier angesehen. (...) Zusätzlich werden auch verschiedenste Techniken aus den Bereichen der Kommunikation, Interaktion, der basalen Stimulation und der Lernpsychologie eingesetzt."
( Geschützte Definition nach Dr. G. Gatterer, Psychologe am Geriatriezentrum Wienerwald und langjähriges Vorstandsmitglied von TAT in Wien )
" Für Kinder und Jugendliche ist die Entdeckung von Gemeinsamkeiten, was Lebensäußerungen ( Essen, Schlafen, Ausscheiden, Krankheit, Sterben ), aber auch Gefühlsäußerungen betrifft, ein Schlüssel für ihre Beziehung zu Tieren. So weit es ihnen gelingt, die Tiere wahrzunehmen ( Gefühle, Bedürfnisse etc. ), werden sie es auch bei sich selbst und in der Übertragung auf andere üben.
Aus dem Erkennen der Gemeinsamkeiten heraus folgt unter fachkundiger Anleitung das Respektieren der Unterschiede, also der artspezifischen und individuellen Bedürfnisse der Tiere. Zusammensein mit Tieren übt das Annehmen von Anders-Sein, von Fremdheit - und damit Empathie - und Beziehungsfähigkeit.
Tiere geben direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten. Sie bewerten nicht. Sie interessieren sich nicht für die Geschichte, das Problem, die für Menschen sichtbaren Behinderungen o. Ä. Tiere reagieren ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten entsprechend. Wenn Kinder und Jugendliche sich an die " Tier-Regeln " halten ( evtl. unter Anleitung ), dann spüren sie, wie verlässlich und vorhersehbar die Tiere reagieren.
Bei der Arbeit mit Tieren steht nicht das Problem des Menschen, sondern das Tier im Vordergrund. Die Konfrontation " krank/problembehaftet - gesund " wird aufgeweicht. Pädagogen und Kinder bzw. Jugendliche " behandeln " gleichsam gemeinsam das Tier.
An dieser Stelle seien nur einige Stichworte in nicht wertender Reihenfolge dazu erwähnt, was positiv gestalteter Umgang mit Tieren bei Kindern und Jugendlichen bewirkt ( ...):
( ... )
Das Wichtigste aber, was ich immer wieder anführen muss, ist: Die Begegnung findet ja nicht mit dem Tier alleine statt, sondern mit mir zusammen. Je nachdem, welchen " Auftrag " wir haben, gestalte ich das Umfeld, den zeitlichen Rahmen und die direkte Begegnung mit dem Tier. Ein Tier alleine hat natürlich auch eine Wirkung, wenn es nur im Raum ist, so wie jeder Mensch wirkt. Das macht aber nicht jeden Menschen zum Therapeuten. Das zielgerichtete Lenken des Kontaktes mit dem Tier, die Gedanken und Ziele bei jeder Aussage oder jedem Schweigen entsprechend dem Auftrag (also dem Therapie- oder Pflegeziel) macht das ganze zu einem therapeutisch oder pädagogisch wirkungsvollen Einsatz. Dabei kann das Ziel natürlich auch ein ganz kleiner Schritt sein: Wohlfühlen, Entspannen, Dabei-Bleiben, Anwesenheit ertragen, Sinne anregen, bis hin zu all dem, was in der Schlagwortliste aufgeführt ist. ( ... )
( aus: TAB Tiere als Begleiter, Anette Bull )